1. Verladertag in Dessau – Logistikkompetenz in Sachsen-Anhalt

Rund 30 Entscheidungsträger aus Import- und Exportorientierten Unternehmen, Speditionen und Binnenhäfen folgten der Einladung der IHK Dessau, des Sächsischen Hafen- und Verkehrsvereins e.V. (SHV) und der Stadt Dessau-Roßlau zum „1. Verladertag“ am 20.06.2012 in die Räume der IHK Dessau. Unter dem Motto „Setzt die Logistik Grenzen für weiteres wirtschaftliches Wachstum? – Wir stellen (Aus)Wege für Ihre Güter vor“ wurden Transportkonzepte auf Schiene, Straße und Wasserstraße diskutiert.

24.07.2012

Dr. Volker Czerny, DB Schenker Rail Deutschland GmbH, stellte das Leistungsspektrum der DB Schenker Rail vor. DB Schenker Rail hat sich in den vergangenen Jahren von einer deutschen zu einer europaweit agierenden Güterbahn entwickelt. In neun Produktionszentren mit 39 Standorten ist die Produktion bundesweit organisiert. Eigene Servicestellen sorgen für Ressourcenverfügbarkeit. Im mitteldeutschen Raum ist DB Schenker Rail mit täglich mehr als 330 Regelzügen, davon ca. 25 im internationalen Verkehr (ohne Sonderzüge), das führende schienengebundene Güterverkehrsunternehmen. Gleichzeitig stellt der mitteldeutsche Raum die Drehscheibe des europäischen Ost-West-Verkehrs dar mit Grenzübergängen zur polnischen und tschechischen Eisenbahn.

Über das Produktionszentrum Halle/Saale werden die Wirtschaftsräume in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen bedient. Im Produktionszentrum beginnen und enden täglich 100 Züge. Mit der geplanten Modernisierung der Zugbildungsanlage in Halle-Nord bis zum Jahr 2017 werden die Zugbehandlungsaufgaben der Standorte Leipzig-Engelsdorf und Dresden-Friedrichstadt nach Halle-Nord verlagert. Im Rahmen der Modernisierung wird die veraltete Infrastruktur erneuert, um die Voraussetzungen zur Umsetzung einer effizienten Produktion im Einzelwagenladungsverkehr zu erreichen. Eine Teilinbetriebnahme von 16 Richtungsgleisen ist für Dezember 2015 vorgesehen. Die Vollinbetriebnahme der gesamten Anlage mit 36 Richtungsgleisen soll im April 2017 erfolgen. Mit der neuen Zugbildungsanlage in Halle-Nord kann DB Schenker Rail eine deutliche Effizienzsteigerung des Einzelwagenverkehrs in der Region Südost erreichen und gleichzeitig die Wagenaufenthaltszeiten reduzieren.

Marko Weiselowski, Geschäftsführer der Sachsenland Transport & Logistik GmbH, stellte die Vorteile eines Logistikdienstleisters dar. Neben der Auswahl des Transportpartners aus einem umfassenden Partnerpool anhand vorgegebener Kriterien (Ware, Beschaffenheit, Route, etc.) werden von Sachsenland auch die Terminüberwachung, die Dokumentenbearbeitung sowie die Abwicklung der Exportformalitäten übernommen.

Sachsenland hat sich auf Osteuropatransporte spezialisiert. Zu den Dienstleistungen zählen Ladungsverkehre in Europa, der Transport von Stückgut, Spezialverkehre, Containertransporte, Im- und Exportabfertigungen sowie die Lagerung, der Umschlag und die Kommissionierung von Packstücken. Sachsenland ist zugelassener Empfänger und Versender und alle Lager besitzen den Status „Zolllager Typ D“.

Im Januar 2012 wurde das neue Logistikzentrum im Alberthafen Dresden eröffnet. Auf über 3.000 m² können neben konventionellen Gütern auch schwere Packstücke bis 20 Tonnen mittels Portalkran bewegt werden. Ein Gleisanschluss mit entsprechender Rampe und die Möglichkeit einer Achsverwiegung von Fahrzeugen runden das Leistungsspektrum ab. Neben der Niederlassung in Dresden gehören eine Repräsentanz in Moskau und eine Niederlassung in Duisburg zum Unternehmen. Seit 2008 ist Sachsenland Betreiber der Roll on/Roll off-Anlage, die sich vor der Hafeneinfahrt des Alberthafens in Dresden befindet. Hier können Güter bis 450 Tonnen ohne Kraneinsatz direkt von einem Fahrzeug auf ein entsprechendes Schiff verladen werden.

Stephan Weikert, Leiter des Elbe Promotion Centers, präsentierte erfolgreiche Transportkonzepte auf der Elbe. Das Elbe Promotion Center als neutrale Informationsplattform dient der Stärkung der gewerblichen Güterschifffahrt auf der Elbe. Über die Online-Plattform www.elbpro.com werden kostenfreie Informationen für Verlader, Transportwirtschaft, Behörden und andere Interessierte bereitgestellt. Dazu zählen die Vorstellung gängiger Schiffstypen, die Präsentation der Binnenhäfen, Neuigkeiten rund um die Binnenschifffahrt, aktuelle Schifffahrtsbedingungen sowie erfolgreiche Transportlösungen und Best-Practice-Beispiele. Das Konzept beschränkt sich nicht nur auf den deutschen Teil der Elbe, sondern die Informationen reichen von der ersten Staustufe in Tschechien bis nach Cuxhaven. Durch die Bereitstellung von umfassenden Informationen sollen die Hemmnisse gegenüber den Besonderheiten der internationalen Wasserstraße Elbe abgebaut und das System Wasserstraße für Verlader und potentielle Nutzer transparenter und kalkulierbarer gemacht werden.

Auf der Elbe konnten drei Linienverkehre erfolgreich etabliert werden. Seit 1998 verkehrt die Elbe-Container-Linie „ECL2000“ – ein Gemeinschaftsprojekt von deutschen und tschechischen Reedereien und Binnenhäfen – zweimal wöchentlich zwischen den Häfen Riesa, Aken, Magdeburg und Hamburg. Bei Bedarf gibt es eine dritte Abfahrt. Es kommen drei flachgehende Schubverbände zum Einsatz, sodass pro Abfahrt und Richtung jeweils 78 TEU (Containereinheiten) transportiert werden können. Der Vor- und Nachlauf der Container zum Binnenhafen erfolgt per LKW. Sollten die Wasserstände der Elbe eine Schiffsabfahrt verhindern, bieten die Häfen auch Containerverkehre per Bahn an.

Neben Containertransporten ist auch die Nachfrage nach konventionellen Massenguttransporten gestiegen. Aufgrund des Hochwassers im Jahr 2002 hatten sich die Transportbedingungen auf der Teilstrecke im Raum Dessau verschlechtert. Die Folge war ein Abwandern von Schiffsraum in andere Fahrtgebiete, wie z.B. Rhein und Donau. Im Jahr 2007 haben mehrere Binnenhäfen und Reedereien aus Deutschland und Tschechien den Liniendienst „ETS Elbe“ (Ecological Transport System) ins Leben gerufen. Mit diesem Linienverkehr zwischen Magdeburg und der Oberelbe bis nach Nordböhmen werden insbesondere land- und forstwirtschaftliche Produkte, Recyclingprodukte und Mineralstoffe transportiert. Über den Hafen Magdeburg besteht die Verbindung zu den deutschen Seehäfen, den kanalisierten Wasserstraßen im mitteldeutschen Raum sowie zu den westeuropäischen Wasserstraßen. Mit der ETS konnten bisher 52 Millionen Tonnenkilometer (ca. 245.000 Tonnen Ladung) von der Straße auf das Binnenschiff verlagert werden. Als positiver Nebeneffekt haben sich durch die ETS-Verkehre neue Transportstrecken ergeben, wie z.B. innerdeutsche Schrotttransporte ins Kanalgebiet oder bis nach Frankreich, durchgehende Lieferungen von Stahlprodukten in die Niederlande sowie Getreidetransporte aus Hamburg.

Die seit vielen Jahren bestehenden Gelegenheitsverkehre für den Transport von schweren und sperrigen Gütern auf der Elbe wurden im Jahr 2008 zum Linienverkehr „EPL Elbe“ (Elbe Project Line) ausgebaut. Der Liniendienst mit seinen flachgehenden Schubverbänden ist hervorragend geeignet für überdimensionale und schwere Güter des Maschinen- und Anlagenbaus. Die geringeren Restriktionen hinsichtlich der Produktabmessungen erlauben den Transport von Gütern bis 55 Meter Länge und 7,50 Meter Höhe und Breite. Aufgrund des geringeren Ladungsgewichtes im Verhältnis zur Tragfähigkeit des Schiffes können diese Transporte selbst bei niedrigen Wasserständen realisiert werden. Die lichte Höhe der Brückendurchfahrten auf der Elbe erlaubt durchgängige Fahrten ohne Sondergenehmigung.

Moderiert wurde die Veranstaltung durch Hafen Hamburg Marketing e.V. vertreten durch seinen Repräsentanten für die Region Ostdeutschland Stefan Kunze. Alle verfügbaren Präsentationen dieser Veranstaltung stehen im Mitgliederbereich kostenlos zur Verfügung.

Kontakt:

DB Schenker Rail Deutschland AG
Dr. Volker Czerny
Tel.: 0341 / 96 78 – 874
Fax: 0341 / 96 78 – 234
volker.czerny@dbschenker.eu


Sachsenland Transport & Logistik GmbH Dresden
Marko Weiselowski
Tel.: 0351 / 799 01 – 185
Fax: 0351 / 799 01 – 572
weiselowski@sachsenland-gmbh.de


Elbe Promotion Center
Stephan Weikert
Tel.: 0351 / 49 82 – 260
Fax: 0351 / 49 60 – 817
info@elbpro.com